Deutsche Charaktere und Begebenheiten by Jakob Wassermann

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By Ashley Gutierrez Posted on Dec 11, 2025
In Category - Environment
Wassermann, Jakob, 1873-1934 Wassermann, Jakob, 1873-1934
German
Ever wonder what really makes a German character? Not the stereotypes, but the real, messy people behind them. Jakob Wassermann's collection, written between 1897 and 1925, is like opening a time capsule. It's not one story, but a bunch of them—portraits of artists, dreamers, outsiders, and everyday folks trying to find their place in a world that's changing faster than they can keep up. The main thing here isn't a single mystery, but a bigger question: how do you stay true to yourself when society, politics, and history are all pulling you in different directions? If you like character studies that feel more real than most novels, this is a fascinating, sometimes challenging, look into the German soul.
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unermüdlicher Arbeit aufforderte und durch Überfluß nicht verwöhnte. Seitdem ist die Erde williger geworden, die Atmosphäre milder, aber die Fülle oder nur die unerwartete Gabe hat der Bauer nie erfahren, der Gärtner, der Obstzüchter nie; genau nach dem Maß seines Tuns ward ihm gelohnt. Das Leben des Urvolks war gewiß dem Kindheitszustand aller andern Völker ähnlich; an den Grenzen finden die Feinde nur wenig natürliche Hindernisse; kriegerische Horden, von Osten und Westen her eindringend, zerstampfen die Saaten, verwüsten die Siedlungen; kann der Aufruf des Fürsten Bewaffnete genug erreichen und sammeln, so zieht er dem Bedroher entgegen und stellt ihn in freier Feldschlacht; ist er zu solchem Unternehmen zu schwach, so verschanzen sich die Mannen in ihren festen Plätzen. Immerhin mußte der Deutsche als Bewohner des Herzlands Europas mehr als andre drauf gefaßt sein, daß alles, was er baute und schuf, was er säte und sparte, was er liebte und schmückte, seine Bäume und sein Vieh, sein Heim und seine Kinder, sein Land und alle Werke darin, die Beute von schweifenden Eroberern wurde. Aber da eine feste politische Grenze nicht vorhanden war, konnte jeder Nachbar jederzeit zum Gegner, der Freund von gestern zum Feind von morgen werden. Die Folge davon, eine immer größere Zerstückelung des Gebiets, eine beständige Lostrennung einzelner Teile, die sich dann zu selbstwilligen und der Gesamtheit trotzig entgegengesetzten Interessensphären entwickeln, trat gar bald ein und enthüllte sich als ein nationales Unglück. Um das Jahr 1200 war ganz Deutschland der Schauplatz aufreibender egoistischer Kämpfe und eines Faustrechts, das jeden Besitz und jede friedliche Arbeit gefährdete. Um ihren Handel zu schützen, auf welchem allein der Wohlstand, ja die Existenz des Bürgertums beruhte, mußten die Städte zu Mitteln greifen, die sie auch als wehrhafte Macht in Achtung setzten, und nach und nach wurde jede Stadt, auch die nicht reichsfreie, zu einer Art von Republik. Da entstand nun die schönste und eigentümlichste Blüte der Volkskraft, ein beständiges inneres Wachstum bis in die Zeit der Reformation. Die großen Schwurgesellschaften übernahmen den Schutz des Privatlebens und ersetzten so den Staat, alle einzelnen traten in Genossenschaften zusammen, und diese wieder standen durch Bünde gegeneinander. Drohende Gefahr macht Wachsamkeit zur ersten Tugend. Ordnung muß die Vielzahl ersetzen, Zucht ist das Gebot, das die Freiheit fördert. Der Mann ist König in seinem Haus, Diener in brüderlichen Verbänden. Nur Arbeit verleiht Würde, nur Bewährung einen Vorrang, und ohne Hingebung an eine Sache wird der Geist für nichts geachtet. Wenn aber der Geist sich zur Sachlichkeit gesellt, entsteht die Idee, die das Individuum formt und das Gemeinwesen entwicklungsfähig macht. Welche Wege auch immer der Ritter, der Junker, der Gutsherr, der Bauer einschlug, die Zukunft der Nation lag in den Händen des Bürgers. Fast jede Stadt hatte etwas trotzig Ernstes, ja Finsteres; ihre Häuser drängten sich wie Männer, die Achsel an Achsel stehen, so dicht zusammen, daß für ein Blumenbeet der Raum nicht blieb. Die spitzgiebeligen Dächer erschienen als Wahrzeichen der zur Höhe gedrängten Kraft, die engen Gassen gaben das Gefühl der Umschlossenheit, und alles Schmuckwerk wuchs gleichsam aus der Not: die Zierlichkeit massiver Gitter, die geschwungenen Steinquadern unerschütterlicher Brücken, die Feinheit und zarte Gliederung erhabener Dome, deren ursprünglich fremde Formen dem deutschen Leben und Wesen immer mehr zu eigen wurden. Während alle andern abendländischen Völker verhältnismäßig früh zur Bildung eines staatlichen Organismus gelangten, war dies bei den Deutschen erst im Verlauf des neunzehnten Jahrhunderts der Fall. Deutsche Zerrissenheit war das Merkwort, mit dem sich der Deutsche selbst in die Unabänderlichkeit eines Weltzustandes ergab. Dies ist eine Tatsache, deren Grund zu erforschen sich wohl lohnt. Nach allem, was wir von dem Volk der Germanen wissen, scheint es, als ob ihr...

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Jakob Wassermann's Deutsche Charaktere und Begebenheiten isn't your typical story with a beginning, middle, and end. Think of it as a gallery. Each piece is a short story or sketch, written over nearly thirty years of German history. We meet a whole cast: a struggling painter obsessed with an ideal, a man caught between two conflicting loyalties, ordinary people facing extraordinary moral choices. The settings shift from artist studios to small towns, but the focus is always on the person at the center, often feeling isolated or misunderstood.

Why You Should Read It

This book got under my skin. Wassermann doesn't judge his characters; he tries to understand them. You see their pride, their stubbornness, their deep-seated anxieties, and their quiet hopes. Reading this collection is like getting a masterclass in empathy. It peels back the layers of 'German-ness' we think we know and shows the human complexity underneath. The writing is sharp and observant, and even though it's a century old, the struggles about identity, integrity, and belonging feel completely current.

Final Verdict

Perfect for readers who love deep-dive character studies and historical atmosphere over fast-paced plots. It's for anyone curious about early 20th-century Europe from the inside out, not from a history textbook. If you enjoy authors who explore the psychology of a place and its people—think of it as a literary counterpart to a great documentary—Wassermann's collection is a rewarding and thoughtful read.



📜 No Rights Reserved

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John Perez
1 year ago

Surprisingly enough, the emotional weight of the story is balanced perfectly. Worth every second.

Carol Taylor
1 year ago

I have to admit, the emotional weight of the story is balanced perfectly. I couldn't put it down.

5
5 out of 5 (12 User reviews )

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