Soll die plattdeutsche Sprache gepflegt oder ausgerottet werden? by Ludolf Wienbarg

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By Ashley Gutierrez Posted on Dec 11, 2025
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Wienbarg, Ludolf, 1802-1872 Wienbarg, Ludolf, 1802-1872
German
Ever wondered what happens to a language when people stop speaking it? This isn't just a dusty old grammar book. It's a fiery, passionate argument from 19th-century Germany that feels shockingly relevant today. Ludolf Wienbarg asks a brutal question: should we actively preserve a fading regional language like Low German (Plattdeutsch), or should we let it disappear? He doesn't just list facts; he picks a side and fights for it. Reading this is like finding a heated, handwritten letter from the past about identity, culture, and what we lose when we only speak one way. It’s short, direct, and will make you think about the words in your own community.
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und in reiferem Alter nur genaͤhrten und befestigten Achtung guͤtig auf. _Eutin_, am 1. December 1833. Ludolf Wienbarg. Vorwort. Wenn die Patrioten bisher uͤber die Kluft der Staͤnde, die Rohheit und Unempfaͤnglichkeit Volkes in Niedersachsen mit Recht bittere Klage fuͤhrten, oder im Großen Verbesserungsplaͤne entwarfen, so stand ihnen die niedersaͤchsische oder plattdeutsche Volkssprache nur sehr im Hintergrunde und kam weder im Guten, noch im Boͤsen so recht in Betracht. Ich glaube nachzuweisen, ja mit Haͤnden greiflich zu machen, daß sie die Wurzel alles Uebels, der Hemmschuh alles Bessern ist. Gehe hin, meine kleine Schrift, und spreche! Drei Dinge wuͤnsche ich dir, Fluͤgel, Feinde und Freunde. Die Fluͤgel wuͤnsche ich dir, damit du dich nach allen Seiten verbreitest, die Feinde und Freunde, damit du nach alten Seiten besprochen wirst. — * * * * * Bekanntlich sprechen die Bewohner Niedersachsens plattdeutsch und hochdeutsch; ersteres als Volkssprache, letzteres als Sprache der Bildung. Das Hochdeutsche redet man dialektlos, das heißt Aussprache und Schreibung stimmen buchstaͤblich uͤberein[1]. Anders in Mittel- und Suͤd-Deutschland. Goͤthe sprach das Hochdeutsche wie ein geborner Frankfurter, Schiller wie ein Wirtemberger und noch gegenwaͤrtig hoͤrt man's der Sprache der Gebildeten Suͤd-Deutschlands ab, in welcher Provinz sie zu Hause gehoͤren. Daher kann man wol behaupten, daß mancher niedersaͤchsische Handwerker _reiner_ hochdeutsch spricht, als der Wuͤrzburger Professor, der Badische Deputirte oder der Bewohner der Provinz Meissen selbst, dessen Aussprache doch zu seiner Zeit von Gottsched mit dem Privilegium der Klassizitaͤt begabt worden ist. Allein man darf nicht vergessen, daß diese Reinheit eine abstrakte und keine lebendige ist, da der Norden fein hochdeutsch im eigentlichen Sinn des Worts aus Buͤchern, zumal aus der lutherischen Bibeluͤbersetzung gelernt, nicht aber wie Mittel- und Suͤd-Deutschland durch lebendig uralte Tradition von Mund zu Mund empfangen hat. Ist doch die hochdeutsche Sprache selbst keine Sprache provinzieller Beschraͤnktheit, keine bloße Mundart Alt-Meissens, sondern im hoͤheren Sinn ein Kunstwerk des großen Reformators, der aus den beiden Hauptdialekten des Nordens und Suͤdens, schon ohnehin im Saͤchsischen sich beruͤhrend eine Sprache schuf, die, wenn auch mit Vorwalten des suͤddeutschen Elements, jedem deutschen Ohr zugaͤnglich und verstaͤndlich sein, die eine gemeinsame Sprache aller Deutschen vorbereiten sollte. Aus den edelsten Metallen des unerschoͤpflichen deutschen Sprachschachtes gegossen, ward sie in Luthers Haͤnden die Glocke, welche die Reformation, den dreißigjaͤhrigen Krieg, die ganze neue Geschichte eingelaͤutet hat. Mehr als den Griechen der Saͤnger der Odyssee und Ilias muß uns Deutschen, Katholiken wie Protestanten, der Uebersetzer der Bibel gefeiert sein. Die altionische Sprache gehoͤrte nicht dem Dichter, sondern der Nation an. Die Sprache der Bibeluͤbersetzung aber mußte sich erst geltend machen durch die Gewalt des Genius, sie gehoͤrte Luther an in dem Sinn, wie man nur irgend auf diesem Gebiet das Eigentumsrecht fuͤr eine Person in Anspruch nehmen darf. Denkt euch, Luthers Sprache waͤre nicht durchgedrungen. Zerrissen waͤre das maͤchtigste Band, das Suͤd und Nord umschlingt. Der Norden wuͤrde nichts vom Suͤden, der Suͤden nichts vom Norden wissen. Die theuersten Namen, die jetzt im Herzen der ganzen Nation wiederklingen, wuͤrden hie und da in einem Winkel Deutschlands genannt werden und etwa die Eitelkeit ihrer Landsleute aufblaͤhen, alle großen Maͤnner, die in unserm Vaterlande die Sprache Luthers geredet, alle Genien der ernsten und froͤhlichen Wissenschaft, auf die wir unsern Stolz setzen, ja welche die Vorsehung selbst uns zum erhebenden Selbstgefuͤhl erweckt zu haben scheint, wuͤrden mit vergeblicher Sehnsucht ihre Fluͤgel uͤber Deutschland ausgebreitet haben, waͤren von ihrer Geburt an zur Verschrumpfung und Laͤhmung bestimmt gewesen. Es ist so viel Ungluͤck seit Luther uͤber dieses arme Land hingegangen, daß man zweifeln koͤnnte, ob nur der Name Deutschland, Deutscher, ehre. Luthers Schriftsprache, dieses Schwerdt, das Wunden schlug und heilte, uͤber dem...

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Published in 1858, this book is a polemic—a written argument meant to provoke. The 'plot' is simple: Ludolf Wienbarg, a writer and critic, lays out the case for why Low German, the everyday language of northern Germany for centuries, is in deep trouble. He describes how it's being pushed out by 'High' German, the standard language of government and literature. Then, he poses his stark, two-option question from the title: should we nurture it or let it die out?

Why You Should Read It

What grabbed me was Wienbarg's passion. This isn't a neutral observer. He's angry and worried. He sees the loss of a language as the loss of a unique way of seeing the world, of local jokes, stories, and connections. He argues that letting a language die is a cultural amputation. Even if you don't know a word of German, you can feel the urgency in his writing. It makes you look at the dialects and accents in your own life differently. Are they just 'slang,' or are they something worth holding onto?

Final Verdict

This is a perfect, quick read for anyone interested in history, linguistics, or cultural identity. It's for people who love a good debate, even a one-sided one from 170 years ago. It’s also surprisingly accessible for a 19th-century text. You don't need to be a scholar to get it. If you've ever felt a tug of nostalgia for a way of speaking that's fading, or if you're simply curious about how people in the past grappled with change, Wienbarg's fiery little book is a fascinating window into that struggle.



✅ Legal Disclaimer

This work has been identified as being free of known copyright restrictions. It serves as a testament to our shared literary heritage.

Kevin Brown
1 year ago

The layout is very easy on the eyes.

Brian Martin
1 year ago

Simply put, the storytelling feels authentic and emotionally grounded. Truly inspiring.

4.5
4.5 out of 5 (7 User reviews )

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