Heitere und ernste Bilder aus dem Volksleben der Kaiserstadt. Oktav. -- Geheftet M. 3.60, elegant gebunden M. 4.80. Wiener Typen. Humoristische Bilder aus dem Wiener Leben. Oktav. -- Geheftet M. 3.60, elegant gebunden M. 4.80. Eine die's versteht. Lokal-politische Standreden der Frau Sopherl vom Naschmarkt. Oktav. -- Geheftet M. 2.--, elegant gebunden M. 3.-- Der Weltuntergang. Eine Phantasie aus dem Jahre 1900 von Vincenz Chiavacci. Illustriert von Emil Ranzenhofer. Stuttgart. Verlag von Adolf Bonz & Comp. 1897. Druck von A. Bonz' Erben in Stuttgart. Inhalt. Seite I. Die Revolution am Firmament 1 II. Die Zeichen mehren sich 12 III. Das Tagebuch 21 IV. Das Delirium der Erde 62 V. Das große Nichts 84 I. Die Revolution am Firmament. Es war im Spätsommer des Jahres 1899. Als ob das sterbende Jahrhundert allen übrigen noch in letzter Stunde den Rang ablaufen wollte, hatten sich die Ereignisse in den Neunziger-Jahren in fieberhafter Hast gejagt. Das Flugproblem war endgültig gelöst. Die Beförderungsweise war zwar noch etwas kostspielig; dennoch unternahm man schon waghalsige Expeditionen und plante sogar einen Entdeckungsflug nach dem Nordpol. Fast mehr noch als die überraschenden Erfolge auf dem Gebiete der technischen Wissenschaften wurde die Menschheit von den Fragen der politischen und socialen Gesellschaftsordnung in Atem gehalten. Seit Monaten schwebte schon das Damoclesschwert eines aller Voraussicht spottenden, in seinen verheerenden Wirkungen unabsehbaren Weltkrieges über der Menschheit. Die europäischen Großmächte hatten die Steuerkräfte der Völker auf's höchste angespannt, um die ungeheuerlichen Summen aufzubringen, welche die Heeresausrüstungen verschlangen. Auch auf diesem Gebiete brachte fast jeder Tag neue Entdeckungen. Die Heeresausrüstungen der einzelnen Staaten waren in ewiger Umwandlung begriffen. Mit Eifersucht wachte ein Staat über den anderen, in der Schlagfertigkeit seiner Armee nicht überholt zu werden, und die Parlamente hatten schon längst das Murren über die fabelhaften Geldopfer verlernt. Mit fatalistischem Gleichmut votierten sie immer neue Millionen für neuartige Kaliber, für widerstandsfähigere Panzer, für rasantere Projektile. Wagte sich je eine schüchterne Einwendung hervor, so genügte ein Hinweis auf die furchtbare Verantwortung, dem Vaterland die Mittel für den Entscheidungskampf versagt zu haben, um den Zweifler verstummen zu machen. Während so Millionen von arbeitstüchtigen Männern unter den Waffen standen, gährte es in der großen Masse des Volkes. Die aberwitzigsten Umsturzprobleme wurden offen und im geheimen als das einzige Heil der gehetzten Menschheit erklärt und fanden Tausende von fanatischen Bekennern. Schon längst hätten die Regierungen diesem unerträglichen Zustand durch einen zwar furchtbar blutigen, doch für den Fall des Sieges erlösenden Krieg ein Ende gemacht. Aber was dann, wenn die decimierten Heeressäulen im eigenen Lande von den aufgehetzten, blutgierigen Massen als Verräter verfolgt, erdrückt, zerschmettert würden? Die Sache stand so: Die alliierten Mächte Österreich, Deutschland, Italien hatten an Rußland und Frankreich energische Noten abgesendet. Rußland hatte im mittelländischen Meere Flottenstationen errichtet und einen Handstreich auf Kandia unternommen. Frankreich hatte, zum großen Ärger Italiens, einen Teil von Tripolis annectiert. Drohende Noten flogen hinüber und herüber. Auf beiden Seiten wurde mobilisiert. Rumänien, Griechenland und die Türkei erklärten sich als Anhänger der Tripelallianz. In Russisch-Polen wuchs die Aufregung von Tag zu Tag. Die Grausamkeiten, welche die Russen zur Unterdrückung der Bewegung ausübten, beschleunigten den Entschluß der unglücklichen Nation, einen letzten blutigen Verzweiflungskampf zu wagen. England erklärte zwar, neutral zu bleiben, knüpfte aber daran gewisse Bedingungen, welche die Machtsphäre Rußlands im Mittelmeere beschränkten. Skandinavien war für den Dreibund; nur Dänemark liebäugelte mit Rußland und Frankreich. In Rußland hatten die neuerlichen nihilistischen Attentate eine despotische Polizeiherrschaft hervorgerufen, während in Frankreich Volk und Regierung immer mehr dem communistischen Staatswesen zusteuerten. Trotzdem wuchs die Begeisterung beider Nationen füreinander mit jedem Tage, der die Gefahr einer allgemeinen Conflagration näher erscheinen ließ. So standen die Mächte einander schon geraume...
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Matthew Gonzalez
8 months agoBased on the summary, I decided to read it and it provides a comprehensive overview perfect for everyone. Don't hesitate to start reading.